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Route H1/H2 (gemäß Reisehandbuch): Er-Rachidia - Erfoud - Rissani - Merzouga (Erg Chebbi) - Taouz (Teil 2 von 2)

19. bis 23.01.2010

Erg Chebbi - Kasbah Mohayut - Erfoud Camping Tifina

Vor der "Fortsetzung des Wiedersehens" mit Lahcen und seiner Familie in Erfoud steht aber das Wiedersehen mit Moha von Kasbah Mohayut nördlich von Merzouga. Seit unserer privaten Hilfsaktion nach der Flutkatastrophe bei Merzouga im Mai 2006 besteht seine Einladung.

Zunächst fahren wir vom Nomad Palace jedoch nach Süden. Anstelle der Sanddünen begleiten uns nun diese Höhenzüge hinter der "schwarzen Wüste".

Die Teerstraße endet in Taouz. Dort wenden wir ...

... und fahren gezielt zur Kasbah Mohayut 3 km nördlich von Merzouga. Die gesamte Anlage wurde erheblich vergrößert. Der bisherige Campingplatz steht nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen wurde eine neue Fläche direkt an den Dünen geschaffen, wie der Blick von dort auf unseren "Blauen" zeigt. Bei unserem Besuch stehen allerdings nur drei provisorische Plätze zur Verfügung, die kostenlos genutzt werden können. Im ersten Halbjahr 2010 soll die Fläche eingeebnet und gepflastert werden. Es sollen eine Entsorgungsstation für Chemietoiletten und ein weiterer Sanitärblock dazu kommen.

Noch einige aktuelle Informationen zu Kasbah Mohayut: Im letzten Jahr ist während einer dreimonatigen Abwesenheit vom Besitzer Mohamed Oubadi einiges "schiefgelaufen", was Moha sehr bedauert. Der alte Platz war bereits Baustelle, der neue noch nicht fertig. Entgegen der Anweisung von Moha wurden teilweise Camper aufgenommen und mussten dafür bezahlen, obwohl das aufgrund des Umbaus nicht geschehen sollte. Der damalige Verwalter ist nicht mehr für die Anlage zuständig, zur Zeit ist Moha selbst wieder "Mädchen für alles".

Schon früher haben wir gern das leckere Abendessen im Restaurant genossen. Dieses ist sogar noch besser geworden - es gibt jeden Abend ein Menü mit mehreren Gängen. Wer abweichend davon mal etwas anderes als Tajine, Kalia, Couscous oder Brochettes möchte kann bis mittags bei Moha die "Pizza Berbere" bestellen. Sie wird dann im Backofen seiner Familie gebacken und von dort abends angeliefert. Bitte bei der Bestellung auf diesen Bericht "von Jürgen auf www.camping-bus.de" hinweisen damit Moha weiss, woher die Anregung zu diesem Sonderwunsch kommt.

Ein Block mit je 2 Duschen (warm), Toiletten ...

... und Waschbecken ist bereits fertig und im typischen Moha-Stil gestaltet.

Gegenüber unserem letzten Besuch wurden die Innenhöfe weiter ausgebaut und künstlerisch gestaltet. Es gibt eine Vielzahl von Sitzecken in den Innenhöfen und auf der Dachterrasse.

Ob in der Sonne, im Halbschatten der Bäume ...

... oder im kühlen Vollschatten der Wände - es lässt sich immer ein gemütliches Plätzchen finden.

Bei der Größe der Anlage - die man aber in den einzelnen Teilbereichen garnicht bemerkt - sind die Wegweiser durchaus hilfreich.

Einen Blick auf die Sanddünen im Hintergrund und den Pool hat man von der Dachterrasse ...

... und von dort sieht man auch auf dem Haus gegenüber die Flaggen von Marokko (links), Deutschland (Mitte) und der Schweiz (rechts). Hier wohnen ...

... Christa aus Deutschland und Karl aus der Schweiz im Winterhalbjahr in ihrem Haus am Erg Chebbi. Hier kommen sie zu Besuch auf den im Bau befindlichen Campingplatz von Kasbah Mohayut, wo wir mit den neuen Wüstenfreunden Michael und Inge zusammensitzen.

Weitere Bilder von Kasbah Mohayut gibt es auf unserer Sonderseite, die wir nach den Besuchen 2003 und 2005 erstellt haben.

Direkt hinter Kasbah Mohayut liegen die höchsten Dünen des Erg Chebbi. Wer gut zu Fuß ist, kann sie selbst erwandern. Ansonsten kann man über Moha eine Kameltour mit oder ohne Übernachtung in den Dünen buchen oder eine Tour mit dem Geländewagen um das gesamte Dünengebiet herum, wie wir sie 2003 mit "Hassan" als Wüstentour gemacht haben.

Besonders sehenswert sind die Farben des Sandes beim Aufgang und Untergang der Sonne. Zwar liegen wie früher hinter den "Kasbahs" die Fossilienverkäufer "auf Lauer", sind aber weniger aufdringlich als früher, wenn man "eine klare Ansage" macht: Hier der Dialog:

Verkäufer im blauen Umhang als "Pseudo-Tuareg" verkleidet:

"Bonjour, Francais?

Meine Antwort "Non".

"Anglais?" - "Non"

"Allemand?" - "Oui"

"Parlez-Vouz Francais?"

"Non - und wir möchten keine Steine, Fossilien, Mineralien und Teppiche kaufen!"

Er dreht sich um, sagt einige Worte zu seinen beiden Kollegen und alle drei lassen uns in Ruhe.

Nicht gut zu sprechen ist Moha auf diese Leute und bittet alle Besucher, ihnen nichts abzukaufen und keinem Kind irgendwelche Geschenke zu geben (KEINE Bonbons, Kugelschreiber, Dirham oder was auch immer!!!). Die Fossilienverkäufer sitzen den ganzen Tag auf den Dünen und warten auf Touristen. Sie kaufen ihre Steine vielleicht für zehn Dirham und verkaufen sie für 100 Dirham. Sie erzählen Geschichten von ihrem Vater oder Bruder, der dafür in den Minen schwer arbeiten muss - alles gelogen, so Moha. Mit ihrem Verdienst fühlen sie sich wie Millionäre und verderben die Arbeitsmoral. Moha selbst muss in Rissani mühsam nach Arbeitskräften für seine Kasbah suchen, während diese Jungs aus seinem Dorf mit ihren Steinen das schnelle Geld machen. Wer wirklich Fossilien und Mineralien kaufen will, sollte in die entsprechenden Geschäfte gehen - die Werbung dafür am Straßenrand ist nicht zu übersehen.

Durch die "mobilen Händler" fühlen sich viele Touristen belästigt und kommen nicht wieder zum Erg Chebbi. Das Gleiche gilt für bettelnde Kinder - die immer wieder durch die Geschenke von Touristen zu ihrem nervigen Tun ermutigt werden.

Der ganze Verlauf unserer bisherigen Reise zeigt es: Wo es kaum Touristen gibt, kann man sich völlig ungestört von nervigen Händlern und bettelnden Kindern bewegen! Marokkaner werden sowenig wie Deutsche als Bettler oder aufdringliche Händler geboren - sie wurden in manchen Gebieten durch die Touris dazu erzogen und diese Unsitte ist kaum wieder auszurotten, wenn man immer wieder Erfolg damit hat! NICHTS geben sondern laut und deutlich NON sagen ist die einzig richtige Reaktion.

Das allerschlimmste sind Süßigkeiten, darauf weist uns Lahcen Amraoui hin. Touristen verteilen Bonbons, Lutscher usw. an Kinder. Diese schädigen die Zähne, aber die Eltern haben oft nicht geug Geld, um eine ordentliche Zahnpflege und -behandlung ihrer Kinder zu bezahlen. Geben die Touris "Dirham", kaufen sie sich selbst das schädliche Zeug - was aufs selbe raus kommt! Wer wirklich armen Menschen in Marokko helfen will, sollte sich vertrauenswürdige Kontaktpersonen suchen, die wirklich notwendige Produkte an Bedürftige weitergeben. Dies können laut Lahcen z.B. Lehrer in den Schulen sein. Da können Kugelschreiber oder Schreibhefte wirklich nützlich sein.

Auch Zigaretten, Feuerzeuge und ähnliches als Geschenke ohne Gegenleistung an Erwachsene dienen eher dazu, sich als reicher Europäer bei den Einheimischen wichtig zu machen sowie Bettler zu züchten als irgendeinen Nutzen zu stiften!

Möglichst oft in den Restaurants essen gehen und in den kleinen Geschäften marokkanische Produkte einkaufen - damit ist wirklich allen gedient!

Biegt man gegenüber vom zur Zeit geschlossenen Supermarkt am Nordrand von Merzouga nach Westen ab, erreicht man über eine Piste diesen See, der diesmal wesentlich größer ist als bei unserem Besuch 2003. Allerdings sind diesmal keine Flamingos zu sehen - vielleicht befinden sie sich auf der anderen Seite des Sees, wo es weniger Störungen durch Besucher gibt. Auch hier kommt ein Steine-Verkäufer angeradelt, der aber ebenfalls nach deutlichen Worten sofort verschwindet.

Nach den schönen Tagen am Erg Chebbi fahren wir wieder nach Norden. Eigentlich soll es ab Rissani nach Westen gehen, aber an der Abzweigung der Straße in Richtung Alnif fahren wir zunächst geradeaus weiter in Richtung Erfoud (Arfoud), wo wir 7 km südlich der Stadt den Camping Tifani ansteuern. Der Platz entspricht europäischem Standard in jeder Hinsicht incl. V+E-Anlage für Wohnmobile.

Hübsch gestaltet wurde der kleine Bungalow-Komplex ...

... und im hinteren Bereich des großen Platzes gibt es auch einen Pool. Aber dieser Blick auf den Pool von der Dachterrasse des Restaurants zeigt es schon:

Die Landschaft der Umgebung löst bei uns keine Begeisterung aus ...

... und die Geräusche der vielbefahrenen N 13 machen den Platz wahrlich nicht zu einer Oase der Ruhe. Nachts im geschlossenen Campingbus stört der Verkehr zwar nicht unseren Schlaf, ...

... aber wenn man tagsüber draußen sitzt, ist der Verkehrslärm nicht zu überhören. Für einen mehrtägigen Aufenthalt würden wir den Platz daher nicht wählen. Weshalb sind wir denn auf diesen Platz gefahren? Nachdem wir bereits zweimal bei Lahcen in Erfoud eingeladen waren und in den letzten Tagen bei Moha (siehe vorherige Seiten), wollen wir uns diesmal mit einer Einladung zum Essen revanchieren und brauchen dafür einen Platz in der Nähe von Erfoud.

Gaby bereitet indonesisches Hähnchen-Saté zu und so kommen diesmal (von rechts) Lahcen, Moha und stellvertretend für Lahcens Frau Aisha "der Mann in Blau" zum Mittagessen zu uns. Abends lernen wir dann die beiden 2jährigen Zwillinge von Lahcen bei sehr leckerem Couscous von Aisha in der neuen Wohnung in Erfoud kennen - und haben leider die Kamera im Wohnmobil vergessen. Bei der Bilanz der Einladungen geraten wir also sofort wieder in den ursprünglichen Rückstand - und hoffen, uns mal in Deutschland revanchieren zu können.

Erg-Chebbi-Touren macht Lahcen kaum noch. Mit seinem Unternehmen begleitet Lahcen geführte Wohnmobiltouren eines spanischen Veranstalters ab der Einreise in Ceuta und bietet individuelle Reisen für Kleingruppen durch ganz Marokko an. Als erfolgreicher Unternehmer sollte es ihm also gelingen, das Visum für eine Deutschlandreise zu bekommen. Aber erstmal stehen Arbeit und die Familie im Vordergrund.

Falls Sie über eine Suchmaschine oder einen externen Link direkt auf diese Seite gekommen sind: Hier gibt es den vollständigen Reisebericht "Überwintern in Marokko 2009/2010".

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