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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 9 von 16

Nord-Norwegen - Campingplatz Skittenelv - Tromsö - Karlsøy - Vannøy

Aufenthalt in Skittenelv 03.07. bis 06.07.2011

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

Campingplätze gehören nicht zu unseren beliebtesten Übernachtungsplätzen, aber nach 3 1/2 Wochen können wir mal eine Waschmaschine gut gebrauchen. Wir befürchten jetzt in der Hauptsaison einen kleinen aber vollen Platz vorzufinden. Was wir finden, sieht man auf dem Foto: Jede Menge freie Fläche, sogar direkt am Wasser! 15 bis 20 Wohnwagen und Wohnmobile stehen auf der riesigen Fläche direkt am Grotsundet. Der Campingplatz ist komplett ausgestattet mit Waschmaschine (50 NOK), WLAN (50 NOK für 24 Stunden), gutem Angebot im kleinen Lebensmittelladen, ...

... sowie Swimmingpool und Wasserrutsche ! Als ich diese Foto mache spielen dort vier leicht bekleidete Kinder und einige Erwachsene sonnen sich, unser Thermometer zeigt dabei gegen 17 Uhr 11,5 Grad im Schatten. Aber windgeschützt in der Sonne ist die gefühlte Temperatur natürlich sehr angenehm.

Für Abwechslung auf dem Wasser wird auch gesorgt: Mal kommt wie erwartet die Hurtigruten-Nordlys vorbei, die wir bei unserer Mittagspause in Tromsö gesehen haben, ...

... mal ein Kreuzfahrtschiff wie die Seabourn Pride auf dem Weg nach Honningsvag.

Wenn wir nun einen freien Blick nach Norden hätten, könnten wir auch die Mitternachtssonne sehen. Aber da sind die bis knapp über 1.000 m hohen Berge der Insel Ringvassoy im Weg, oder? Gegen 23:30 versteckt sich die Sonne kurz hinter einem Gipfel, kommt aber um 23:40 wieder zum Vorschein. Dann verschwindet sie einige Zeit auf dem Weg nach Osten. Gegen 0:40 Uhr müsste sie hier ihren Tiefststand erreichen - und wir verschlafen den Moment.

Neue Nacht - neues Glück! Nach einem weiteren fast wolkenlosen Tag gibt es eine ebensolche Nacht und ich beobachte, wie die Sonne am Horizont bzw. hinter den Bergen entlangwandert. Gegen 23.:25 Uhr verschwindet sie hinter dem Gipfel und lugt gegen 23:38 Uhr nochmal kurz hervor. Dann muss ich genau eine Stunde warten, bis sie hinter dem Gebirgsmassiv wieder zum Vorschein kommt, fast exakt zum Tiefstpunkt um 0:40 Uhr. Nun geht es wieder aufwärts und trotz einer nächtlichen Tiefsttemperatur von 5 Grad hält die Sonne unser Wohnmobil schön warm.

Beim Blick in die Landschaft könnte man ja meinen, wir ständen an einem Bergsee in den Alpen. Aber dagegen sprechen nicht nur die großen Schiffe, sondern auch die Gezeitenunterschiede. Mal kann man weit hinausgehen und Muscheln sammeln, ...

... mal klatschen die Wellen direkt an die Felsen neben unserem Stellplatz.

Wieder stellt sich für uns die Frage: Das schöne Wetter - es soll laut Vorhersage noch einige Tage so bleiben - für die Erkundung von Tromsö und die Nordmeer-Inseln Vannøya und Rebbenesøy nutzen oder hier auf dem Campingplatz die Sonne genießen und Schiffe gucken? Wir entscheiden uns für drei Tage auf dem Campingplatz in dieser traumhaften und ruhigen Lage!

Wir haben bisher soviel Glück gehabt mit dem Wetter und soviel gesehen. Eine Wetter-Zwischenbilanz am 6.Juli, dem 20. Tag in Nord-Norwegen seit der Ankunft in Kirkenes am 17.Juni:

Es gab nur einen richtigen Regentag bei der Fahrt von Kirkenes nach Bugøynes am 21.Juni. Viermal hatten wir leichten Regen für einige Stunden bzw. Schauer, überwiegend abends/nachts. Ansonsten war es oft stark bewölkt, aber trocken. Nur an drei Tagen mussten wir kurzzeitig die Heizung einschalten, die erste 5-kg-Gasflasche ist noch nicht leer, obwohl wir seit dem 10.06. täglich gekocht haben.

Ansonsten reichten auch bei Höchstwerten von knapp unter 10 Grad und Tiefsttemperaturen in der "Nacht" um 5 Grad das diffuse Sonnenlicht bzw. die kurzen sonnigen Momente um unseren Campingbus ausreichend zu erwärmen. An vielen Tagen gab es lange sonnige Abschnitte wie die zahlreichen Fotos mit blauem Himmel in unserem bisherigen Reisebericht zeigen und an einigen Tagen konnten wir die Sonne des Nordens in unseren Campingmöbeln genießen.

Das haben wir auch an allen drei Tagen auf dem Campingplatz Skittenelv, aber nun soll es weitergehen. Aber wohin? Erst zur Stadtbesichtigung nach Tromsö - wir müssen ja eh durch die Stadt? Oder erst auf die Nordmeer-Inseln? Die Langfristprognose auf www.yr.no kündigt für drei weitere Tage schönes Wetter an, danach soll es ab Samstagabend einige Regentage geben.

Wir entscheiden uns, nach einem Großeinkauf in Coop-Supermarkt in Tromsö ( siehe unsere Seite Lebensmittelpreise in Norwegen und weitere Informationen) zunächst den Weg nach Norden auf die Insel Vanna (Vannøy, Vannøya) einzuschlagen.

06.07.2011 Skittenelv - Tromsö - Hansnes (Ringvassoy) - Karlsøy - Vannøy - Torsvåg 126 km und Fähre

Von Skittenelv nach Tromsö fahren wir 25 km, dann 66 km durch die Stadt bzw. das unterirdische Tunnelsystem von Tromsö am Flughafen vorbei nach Norden bis zum Hafen von Hansnes auf Ringvassøy. Hier müssen wir ca. 1 1/2 Stunden auf die nächste Fähre warten, die uns nach einem Abstecher zur kleinen Insel Karlsøy zum Fähranleger von Vanna bringt. Die Fahrt dauert insgesamt 65 Minuten und kostet 167 NOK ( Fahrzeug bis 6 m mit Fahrer 125 NOK, Erwachsener 42 NOK).

Wir passieren den nordöstlichen Zipfel von Ringvassøy und sehen vor uns die beiden höchsten Berge von Vannøy.

Zwischen Ringvassøy und Vannøy Richtung Westen geht der Blick aufs offene Nordmeer und wie man sieht liegen dort dichte Wolken.

Beim Abstecher der Fähre wird der Blick auf die bis über 1.800 m hohen Gipfel der Lyngsalpen frei. Bei der Fahrt am 3.7. waren sie in dichte Wolken eingehüllt, nun haben wir den Blick frei auf die Schneemassen, die dort noch liegen.

Nördlich von Reinøya schlägt die Fähre einen Haken nach Osten zur kleinen Insel Karlsøy ...

... und lässt im Fährhafen des winzigen Ortes - hier das Zentrum mit der Kirche - einige Passagiere und PKW von Bord. Dann geht es rasch zum Fähranleger auf Vannøy, der außerhalb eines Ortes direkt an der Südküste liegt.

Nach Ankunft der Fähre auf Vannøy fahren wir noch 35 km direkt am Wasser und einigen kleinen Sandbuchten entlang. Dann erreichen wir den Leuchtturm von Torsvåg - bzw. den Damm, der nach links zum Leuchtturm und dem winzigen Ort mit einer Handvoll Häuser führt. Geradeaus geht eine schmale Straße direkt aufs Meer zu und wir halten erstmal an.

Neben uns hält ein PKW und der Beifahrer fragt uns in akzentfreiem Deutsch, ob er uns helfen kann. Er und die Fahrerin betreiben ein "Anglercamp" im Hafen von Torsvåg ...

... und sogar das Leuchtfeuerhaus (Torsvåg fyr) auf dem kleinen Hügel über dem Hafen mit herrlichem Blick aufs Nordmeer kann man bei den beiden als Ferienhaus mieten!

Torsvåg gilt als "Hauptstadt des Heilbuttfangs" aber auch Nicht-Angler können beim Anblick dieser Ferienunterkunft schwach werden. Vielleicht gehen wir hier selbst mal ohne WOMO "vor Anker". Wir empfehlen www.torsvag.no allen Nordmeer- und Nordnorwegen-Interessierten mit und ohne Wohnmobil!

Empfohlen wurde uns als Stellplatz dieser Traumplatz direkt am Meer, den wir ohne den Tipp nicht für zwei Tage und Nächte als Übernachtungsplatz gewählt hätten, denn direkt dahinter liegt ein Haus am Ende der Sackgasse. Aber wir erfahren von Sonja, dass es zur Zeit leer steht und wir dort niemand stören.

Auch wenn das Haus mal wieder bewohnt werden sollte gibt es etliche freie Übernachtungsplätze direkt am Meer. Auf den letzten drei Kilometern vor Torsvåg registrieren wir zwei ehemalige Steinbrüche und einen breiten Schotterplatz neben einer kleinen Sendeanlage an der Straße.

Wir genießen aus dem Campingbus den Blick aufs Meer und schon geht es wieder tierisch los:

Kurz nach unserer Ankunft kommen zwei Rentiere auf uns zu, legen sich einige Stunden am Hang auf einen Felsausguck und lassen uns nicht mehr aus den Augen. Am späten Abend verdichten sich die Wolken, es wird also nichts mit dem Anblick der Mitternachtssonne über dem Meer. Am nächsten Morgen sind die Wolken verschwunden und wir genießen ganz andere Anblicke -

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Bilderrätsel: Sehen Sie etwas und wenn ja, was? Immer wieder tauchen Köpfe im Wasser vor den Felsen auf. Das hatten wir schon in Grense Jakobselv, dort waren es eindeutig Robben. Aber diese Köpfe hier sind viel schmaler. Und die Tiere, denen die Köpfe gehören, können erstaunlich schnell aus dem Wasser kommen und über die Felsen laufen. Dann gelingt Gaby der Volltreffer:

Direkt unter unserem Stellplatz saust ein Seeotter ...

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... über die dank Ebbe freie Sandbank, schwimmt oder läuft durch die verbliebene Pfütze und verschwindet unter uns in einer Felsspalte.

07.07. bis 08.07.2011 Torsvåg - Burøysund - Torsvåg 29 km

Nach der ersten Übernachtung bei Torsvåg machen wir einen kurzen Ausflug nach Burøysund. Hier gibt es in dem kleinen Dorf einen großen Parkplatz am Hafen und ein Museum, das aber nur nachmittags für drei Stunden öffnet. Wir wissen nicht, was es dort zu sehen gibt, wollen aber nicht bis zur Öffnung warten und fahren deshalb zurück zu unserem "Otternplatz".

Nachmittags kommen zwei PKW mit Norwegern die direkt am Haus entlang gehen und für einige Stunden verschwinden. Abends folge ich dem Weg mit unserer Hündin Julie, komme nach ca. 5 Minuten an eine große Bucht und bleibe für einen Moment erschreckt stehen als ich einen steilen Hang hinabblicke: Was sind das für große dunkelbraune Wesen dort unten? Reflexartig greife ich zur Kamera aber bis die schussbereit ist haben die Viecher die Flucht ergriffen. Inzwischen ist mir klargeworden, was ich dort gesehen haben: Vielfraße waren es!

Der Ausflug zur Insel Vannoy war ein Höhepunkt der Reise: Die Anfahrt mit der Fähre mit dem tollen Blick auf die noch schneebedeckten Gipfel der Insel und die Lyngenalpen; Rentiere, Seeotter und Vielfraße in der freien Natur in der Nähe des Wohnmobils, der wunderschön gelegene Übernachtungsplatz am Meer ...

... und an der Strecke zwischen Fähranleger und Torsvåg einige Sandstrände.

Schweren Herzens entschließen wir uns zur Weiterfahrt, denn die Wettervorhersage auf www.yr.no kündigt ab Samstagabend einige Regentage an und wir möchten noch die Nachbarinsel Rebbenesøy und das Zentrum sowie den Botanischen Garten von Tromsö bei schönem Wetter sehen. Ob uns das gelingt zeigt

der nächste Teil unseres Reiseberichtes.

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