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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 10 von 16

Nord-Norwegen: Von Vannøy über die Nordmeer-Inseln Ringvassøy und Rebbenesøy sowie Tromsö bis Larseng

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

08.07.2011 Torsvåg - Hansnes - Mikkelvik - Rebbenesøy - Engvik 101 km und zwei Fähren

Nach unserem erlebnisreichen Kurzurlaub in Torsvåg verlassen wir die Insel Vannøy und kommen bei der 32 km langen Fahrt zum Fähranleger an diesem schönen Sandstrand vorbei. Die Rückfahrt mit der Fähre nach Hansnes dauert diesmal nur 45 Minuten, da es keinen Umweg über Karlsøy gibt. Der Preis beträgt wie auf der Hinfahrt 167 NOK. Bei blauem Himmel über uns verlassen wir Vannøy, ...

... aber der Blick nach Süden auf Hansnes bestätigt die Regenankündigung der Wetterprognose für den Nachmittag. Von Hansnes überqueren wir die Insel Ringvassøy westwärts nach Mikkelvik, das wir nach 39 km ab Hansnes gegen 11:45 Uhr erreichen. Die Fähre liegt mit offener Schranke vor uns - aber kein Mensch ist in Sicht. Ein Blick auf den Fahrplan zeigt: Die nächste Abfahrt zur kleinen Insel Rebbenesøy erfolgt erst um 15:30 Uhr. Also Zeit zum Lesen und zur Bearbeitung dieser Seite, zumal nun der angekündigte Regen einsetzt. Nach etwa 3 Stunden sehen wir im Westen die ersten blauen Lücken zwischen den Wolken und kurz vorm Ablegen der Fähre fallen die letzten Regentropfen.

Knapp 15 Minuten dauert die Überfahrt und kostet 86 NOK. Man kann es ja kaum glauben, hat es eben noch geregnet?

Wir fahren bei strahlendem Sonnenschein auf der Küstenstraße an der Ostseite von Rebbenesøy zum Südzipfel durch eine erstaunlich üppige Vegetation in einer lieblichen Landschaft. Vom Fähranleger in Bromnes am Nordzipfel der Insel bis zum Ende der Straße im Süden fahren wir 18 km und stehen direkt vor einem großen Grundstück mit einem großen Haus - keine Chance auf einen Übernachtungsplatz am Wasser. Am Straßenrand hätte es einige Ausbuchtungen gegeben aber wir wollen erstmal schauen, wie es auf der Westseite aussieht.

Wir fahren 6 km auf der Küstenstraße zurück nach Norden und biegen ab nach Westen in Richtung Engvik, von hier noch 5 km. Bis auf ca. 125 m Höhe steigt die Straße an, "am Pass" gibt es einen Picknickplatz. Das wäre ja schon mal ein Platz für die Nacht, falls sich nichts anderes findet.

Doch, es findet sich was anderes - eine winzige Ausbuchtung am Straßenrand. "Direkt an der Straße übernachten, jetzt spinnen die beiden total.", könnte man denken.

So sieht unser "Wohnmobil-Stellplatz" auf Rebbenesøy aus der Gegenrichtung aus ...

... und diesen Strand gibt es etwa 200 m entfernt. "This is my island in the sun." Dieser Song geht mir bei dem Anblick durch den Kopf. Aber trotzdem, ein Übernachtungsplatz am Straßenrand? Nun, vorher waren wir natürlich bis zum Ende der Straße in Engvik gefahren.

Engvik - so steht es im Skandinavien-Atlas und auch auf einem Ortsschild - liegt am Ende der Straße auf der Westseite der Insel. Dieser "Ort" besteht aus diesem kleinen Geschäft, zwei Wohnhäusern und zwei oder drei Ferienhäusern, die anscheinend unbewohnt sind. Entsprechend intensiv ist der Fahrzeugverkehr - 5 Fahrzeugbewegungen zählen wir zwischen unserer Ankunft und dem Einschlafen und nachts stört nichts unsere Ruhe.

Abends liegt ein leichter Grauschleier über den Felsen im Südwesten, davor die Möwen auf einer kleinen Vogelinsel - eine ganz eigentümliche Stimmung. Weiter im Norden an der Westküste soll es eine riesige Sandstrandbucht geben, aber die ist wohl nur per Boot zu erreichen. Ebenso wie zuvor in Torsvåg können wir uns gut vorstellen, hier mal einige Tage in einer Ferienwohnung zu verbringen.

09.07.2011 Engvik (Rebbenesøy) - Kvalsundet (Ringvassøy) - Simavika 103 km und eine Fähre

Nach nur einer Nacht fahren wir wieder zum Fährhafen in Bromnes und sehen hier diese "Hütte" am Fähranleger.

Ein Blick durch die Scheibe zeigt dieses Bild. Ist es das kleinste Postamt der Welt? Kurz bevor die Fähre anlegt kommt ein junger Mann mit einem PKW und hält direkt vor dem "Haus". Nach dem Anlegen wird von der Besatzung die Post des Tages angeliefert und ins "Postamt" gebracht.

Wir fahren aufs Schiff und schon legt es ab. Außer uns will jetzt am Samstagmorgen um 10 Uhr niemand die Insel verlassen. Gibt es hier "Camping an Bord"? Hier hat die dreiköpfige Besatzung ihren Pausenplatz aufgebaut. Nach 12 Minuten haben wir den Anleger in Mikkelvik auf Ringvassøy erreicht und überqueren wieder die Insel.

Wie schon bei der Hinfahrt führt die Straße etliche Kilometer am Skogsfjordvatnet entlang - dem größten Binnensee einer norwegischen Insel. Dann geht es an der Ostseite südwärts in Richtung Tromsö.

Bevor wir den Tunnel zwischen Ringvassøy und Kvaløy erreichen sehen wir die "Artania" auf dem Weg von Norden nach Tromsö. Hier südlich der Inseln Ringvassøy und Reinøy und östlich von Kvaløy verläuft die Schifffahrtsroute zwischen Tromsö und Hammerfest/Honningsvåg. Sie wird nicht nur von den Passagierschiffen der Hurtigruten und vielen Frachtschiffen sondern auch den Kreuzfahrtschiffen befahren, von denen hier im Sommer besonders viele unterwegs sind.

Eigentlich wollten wir heute nach Tromsö zur Stadtbesichtigung und in den Botanischen Garten. Aber ob man in den BoGa den Hund mitnehmen darf wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass es hier heute bei wolkenlosem Himmel mit 23 °C den bisher wärmsten Tag des Jahres geben soll. Unmöglich, Julie allein im Wohnmobil zu lassen. Also verschieben wir den Stadtbesuch von Tromsö auf Morgen - 15 Grad und Wolken sind angekündigt. Wir fahren auf der Südseite von Ringvassøy nach Westen am Kvalsundet entlang und suchen einen schönen Stellplatz.

Es ist warm - in der Sonne heiß! Die Schafe suchen Kühle im Schatten der Leitplanken.

Wir machen zunächst Pause auf einem kleinen Parkplatz neben einem riesigen Schneepflug. Aber hier fahren gelegentlich Autos, die jedesmal eine riesige Staubwolke erzeugen.

Wenige Kilometer westlich des Tunnels nach Kvaløy hatten wir einen Wanderparkplatz oberhalb der Straße gesehen. Wir fahren zurück und verbringen hier den warmen sonnigen Tag und die folgende Nacht bei Simavika.

Am Abend ziehen wie angekündigt Wolken auf und wie erwartet sehen wir zum zweitenmal die "Artania", die nach einigen Stunden Aufenthalt in Tromsö die Fahrt in Richtung Süden fortgesetzt hat. Fast alle Schiffe nehmen ab Tromsö den kürzesten Weg nach Süden, siehe am Ende dieser Seite. Aber die großen Kreuzfahrtschiffe wie die Artania müssen einen kleinen Umweg durch den Kvalsundet nordwestlich von Tromsö machen, direkt an unserem Logenplatz entlang.

10.07. bis 12.07.2011 Simavika (Ringvassøy) - Tromsö - Larseng (Kvaløy) 81 km

Erst in den frühen Morgenstunden gibt es etwas Regen, während des Frühstücks fallen die letzten Tropfen.

Bis zur UNI von Tromsö sollen es laut Navi 27 km sein, wir fahren jedoch einige Kilometer mehr, da wir die "Ringstraße" nehmen über den Nordzipfel der Insel, auf der Tromsö liegt. Man kann es kaum glauben, ...

... aber als wir den Botanischen Garten erreichen, scheint wieder die Sonne. Der Botanische Garten von Tromsö ist eine gartenarchitektonische Meisterleistung! Solch eine schöne und aufwändig gestaltete Anlage haben wir noch nie gesehen.

Natürlich wurden alle Pflanzen ...

... mit den fachlich notwendigen Angaben versehen. Es gibt Themengärten nach Pflanzenarten und nach Regionen wie Südamerika und Kaukasus.

Bei den Steingärten mit winzigen arktischen Pflanzen zeigt sich besonders der gewaltige Arbeitsaufwand, der in diese Anlage investiert wurde und wird.

Wohnmobil-Stellplätze in Tromsö

Bei der Rückfahrt vom Campingplatz Skittenelv am 6. Juli hatten wir uns den Platz 166 aus dem WOMO-Führer Nord-Norwegen angeschaut. Er liegt nah an der Nationalstraße und es wird ein Parkschein verlangt. Wir konnten aber nicht erkennen, wo man den erhalten kann und wieviel er kostet. Außerdem liegt der Platz auf dem Festland relativ weit vom Zentrum entfernt.

Nach der Besichtigung des Botanischen Gartens (Nachts Parkverbot auf dem Parkplatz) haben wir uns Platz 164 oberhalb der Universität angeschaut. Aber auch hier verlangt das Zusatzschaild unter dem P einen "Parkbeweis" oder so ähnlich, aber kein Parkautomat weit und breit. Es hat uns aber auch nicht weiter interessiert, denn direkt am Zentrum liegt Platz 165 ...

... mit Blick auf Hafen und vorbeifahrende Schiffe. Und er ist sogar kostenlos - am Sonntag. Das reicht uns zwar zur heutigen Stadtbesichtigung, ...

... aber ab Montagmorgen um 8 wird es teuer - sehr teuer sogar für einen weiteren Tagesaufenthalt! Auf den verzichten wir diesmal mit dem festen Vorsatz: diese schöne Stadt werden wir wiedersehen bei einer Reise ohne Wohnmobil!

Genau das haben wir gemacht - im November 2012 mit Nordlicht, Südlicht, Adventslicht und mehr - hier der Reisebericht

Tromsö - die Stadt zwischen Wasser und Bergen

Die Lage von Tromsö ist einmalig - uns fällt keine Stadt ein, die man annähernd damit vergleichen kann. Ein Teil der Stadt liegt östlich des Wassers auf dem Festland und wird über diese Brücke mit dem Zentrum verbunden. Dies sowie Universität und Botanischer Garten liegen am Osthang der Insel Tromsøy, ein weiterer Teil der Stadt am Westhang der Insel. Die Mitte der Insel bildet ein unbebauter Hügel, der als Wandergebiet dient. Egal von wo und in welche Himmelsrichtung man schaut, man sieht die auch im Juli noch schneebedeckten Berge.

Sogar aus der Fußgängerzone erkennt man einen Gipfel weit im Norden. Viele schöne Holzhäuser dominieren das Stadtbild im Zentrum ...

... und am Hafen. Jetzt in der Hauptsaison kann man auch eine Stadtrundfahrt mit dem "Eismeerzug" machen.

"Die nördlichste protestantische Domkirche der Welt aus dem Jahr 1861. Außerdem die Einzige aus Holz gebaute Domkirche Norwegens." aus "Tromsö Guide 2011"

Die katholische Kirche im Zentrum von Tromsö - nicht mit der Eismeerkathedrale auf der Ostseite zu verwechseln.

Die Bibliothek - moderne Architektur, die mal nicht störend wirkt in einer Altstadt.

Nach vielen Tagen Selbstversorgung in der Wildnis wollen wir heute Essen gehen. Wir gehen zu Egon! Man könnte angesichts der Dekoration des Restaurants meinen, in einem historischen Museum zu speisen, nicht kitschig gestaltet sondern rustikal. Wir lassen uns die sehr leckeren Fischfilets schmecken. Aber wir verzichten auf die Flasche Wein zum Essen bei Preisen ab ca. 30 Euro. Mehr zum Thema "Preise" und der Link zu "Egon´s Restaurant" hier auf unserer Seite Preise, Tanken, Zoll usw.

Danach nutzen wir die Ver- und Entsorgungsstation am Stellplatz, sagen Tromsö "Auf Wiedersehn" ...

... und fahren noch 35 km zum Stellplatz 160 desWOMO-Führers bei Larseng auf Kvaløy. Wie angekündigt hüllt am Abend dichte Bewölkung die Berge ein ...

... aber die Schiffe direkt vor uns an der Hauptschifffahrtsroute südlich von Tromsö wie hier die Amadea bleiben noch sichtbar. Die Amadea ist kleiner als die Artania und muss deshalb nicht die "Nordwestpassage" nehmen (siehe oben). Auch alle Frachtschiffe und die Hurtigrutenschiffe ...

.. wie hier die Nordkapp nehmen diesen Weg. Nachts gibt es etwas Regen aber der Folgetag bleibt trotz dichter Bewölkung trocken. Bei 13 Grad Außentemperatur reicht das diffuse Sonnenlicht um die Innentemperatur über 20 Grad zu halten. So bleiben wir den Tag und eine weitere Nacht hier zum Schiffe und Fernsehen gucken, nutzen die schnelle HSDPA-Verbindung ins Internet und erforschen die nähere Umgebung.

Geht man vom Parkplatz einige Schritte nach links über die Felsen, bemerkt man die Besonderheit des Platzes: Eine kleine Insel bildet hier eine Verengung im Fjord. Dies führt beim Gezeitenwechsel zu einer sehr starken Strömung. Dabei werden auch große Fischschwärme durch den engen Schlund gedrückt und bilden ein ideales Jagdrevier für Seeadler, Möwen und menschliche Fischjäger.

Wir folgen dem Weg zum Café und stellen fest, dass es hier bis 19:00 Uhr neben Kuchen und Muffins auch Pølse und Labskaus gibt. So bleibt zum zweitenmal seit der Ankunft in Norwegen die Bord-Küche kalt.

Ohne den Besuch des Cafés hätten wir garnicht bemerkt, dass es hier noch einige alte Häuser aus Tromsö anzuschauen gibt. Am Parkplatz und an der Straße ist außer dem Hinweis auf das Café nichts davon zu sehen, auch nicht das typische Hinweisschild für Sehenswürdigkeiten steht am Straßenrand. Die Häuser wurden 1960 in Tromsö abgebaut und hier als kleines Freilichtmuseum wieder aufgestellt.

Informationstafeln an den Häusern informieren über deren Geschichte und die früheren Eigentümer.

Ohne den WOMO-Führer hätten wir diesen ruhigen schöngelegenen Stellplatz garnicht bemerkt und weder die Fischschwärme und ihre Jäger noch die alten Häuser gesehen.

Nach zwei Nächten fahren wir weiter, denn es ist "Sommar" - also zur Sommerinsel, zur Sommarøy. Mehr dazu und zur weiteren Tour über Senja nach Süden

im nächsten Teil unseres Reiseberichtes.

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