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Mit dem Wohnmobil in Skandinavien im Sommer 2011 - Teil 6 von 16

Nord-Norwegen - Von Kongsfjord durch einsame Fjell-Landschaften der Finnmark an den Porsangerfjord

Die Gesamtübersicht unserer Touren mit den Links zu den einzelnen Teilen des Reiseberichts sowie Karten mit dem Reiseverlauf gibt es HIER!

Fahrt über Ifjordfjellet, Børelvfjelett und am Porsangerfjord entlang mit Wanderungen am Silfarcanyon und auf dem Geologischen Naturerlebnispfad Roddines am Porsangerfjord

25.06.2011 Store Molvik - Kongsfjord 58 km

Nach unserer Entscheidung, aufgrund der guten Wetterprognose für die nächsten Tage die Weiterreise anzutreten, verlassen wir am späten Nachmittag Store Molvik und suchen uns einen Übernachtungsplatz bei Kongsfjord. Eigentlich wollten wir auf dem Picknickplatz der Veines-Halbinsel bleiben. Wir stellen aber fest, dass dieser direkt unterhalb eines Wohnhauses liegt.

Abseits der Wohnhäuser finden wir einen Schotterplatz an den alten Hafenanlagen von Kongsfjord, ...

... die zumindest teilweise verfallen.

Wesentlich schöner sieht das alte Kaufmannshaus an der Straße 890 aus, in dem man während der Sommersaison auch zu Kaffee und Kuchen einkehren kann.

26.06.2011 Kongsfjord - Tana - Ifjordfjellet 170 km

Wir fahren durch das Kongsfjordtal aufwärts in die Fjellregion, diesmal aber bei bedecktem Himmel. Hier sieht man den Fluss, der zu den lachsreichsten der Finnmark gehören soll. Wie schon bei der Hinfahrt fasziniert uns der Kontrast: Hier auf der Nordseite der Varanger-Halbinsel nur spärliche Vegetation, ...

... am Fluss auf der Südseite dichter Wald soweit das Auge reicht.

Wenn man den Ausläufer des Tanafjordes bei Austertana erreicht, erkennt man an diesem Felsmassiv sehr schön die Verschiebungen der Gesteinsschichten.

Wir fahren weiter talaufwärts bis zur Brücke über den Tana-Fluss, ab der wir der Beschreibung der Tour 13 im WOMO-Führer Mit dem Wohnmobil nach Nord-Norwegen folgen. Wir verzichten allerdings darauf uns die darin genannten Stellplätze an den Fjorden anzuschauen, da wir als Ziel den Platz 213 "mit Mitternachtssonnenblick am Wasser" bei Lebesby im Navi eingegeben haben.

Die Straße führt zunächst an den Ausläufern des Tanafjords entlang, ...

..., bevor sie dann rasch auf die Höhen des Ifjordfjells aufsteigt. Die Strecke ab Vestertana befindet sich in sehr schlechtem Zustand. Es gibt zwar kaum Schlaglöcher, aber sehr starke "Schwellen", die man manchmal erst im letzten Augenblick erkennt und die denen in Tempo-30-Zonen an Fußgängerüberwegen entsprechen. Erst etwa 10 km vor Ifjord sind Bauarbeiten zur kompletten Erneuerung der Fahrbahn im Gange.

Wie schon bei der Überquerung der Varanger-Halbinsel von Tana nach Berlevag beeindruckt uns wieder der Wechsel der Vegetation. Ab etwa 100 Höhenmetern geht der üppige Wald in zunehmend dürren Birkenbewuchs über und bei 200 m ist dann die Baumgrenze erreicht. Aber so ganz stimmt diese Aussage nicht, denn wenn man genau hinschaut, wachsen auch hier noch Bäume/Birken.

Aber sie kriechen flach am Boden und sind teilweise noch kahl, ...

... teilweise belaubt. Der Schatten meines Kopfes beim Fotografieren gibt einen Eindruck von der Größe dieser "Bäume".

Wer unsere Reiseberichte aus Marokko und Mauretanien kennt, weiß es: Wir lieben solche kargen Landschaften! Während der Fahrt über das Ifjordfjellet beschließen wir, hier einen Übernachtungsplatz zu suchen statt nach Lebesby zu fahren. Allerdings sollte er möglichst nicht direkt an der Fahrbahn liegen, auch wenn es hier auf der Straße 98 nur wenig Verkehr gibt. In einer Senke entdecken wir einen Parkplatz ...

... und auf diesem einen Wohnwagen. Aber was für einen?! Er hat keine Räder, sondern Kufen! Auf einem Schneefeld in der Nähe finden wir später seine Standspuren vom Winter. Na klar, zum Wintercamping hinter das Schneemobil spannen und ab in die Natur.

Von diesem Parkplatz führt eine Schotterpiste zu einer Fläche etwa 100 m von der Straße entfernt - perfekt für unsere Fjellübernachtung.

Kurz nachdem wir es uns im Campingbus bequem gemacht haben, nähert sich über den Hügel eine große Rentierherde. Am besten sind sie auf der Schneefläche zu erkennen, dies ist etwa ein Fünftel der Herde.

Bald sind wir fast im Halbkreis von der Herde umgeben. "Nur so" lassen wir die Schüssel kreisen und können es kaum glauben - die Oyster findet den Astra und wir können uns das Eröffnungsspiel Deutschland : Kanada der Fußball-WM der Frauen anschauen. Das hat ja schon etwas "Irres" hier in dieser Umgebung im ganz hohen Norden. Einziger Mangel dieses Platzes in der Senke des unbewohnten Fjells: Zum ersten Mal auf dieser Reise gibt es kein Mobilfunksignal und somit keinen Internetzugang, wie schrecklich :)

Während des Blicks auf den Fernseher beim Anpfiff der 2. Halbzeit ...

... erscheinen plötzlich vier Rentiere ganz dicht am Wohnmobil. Hallo Fans, Norwegen ist erst am Mittwoch dran mit dem ersten Gruppenspiel! So ziehen sie enttäuscht weiter und schließen sich der großen Herde an.

Kurz danach wird das Fußballspiel zur Nebensache als die jungen Rentiere anfangen wie kleine Kinder auf den Schneefeldern herumzutoben, ein phantastischer Anblick direkt vor uns. Da muss man sich dann das einzige Tor des Spiels in der Wiederholung anschauen, hier haben die Ren(n)tiere jetzt Priorität!

Der Silberstreif am Horizont zeigt es schon, im Nordwesten lockern die Wolken auf. Nach einem trockenen aber bewölkten Tag ...

... erwartet uns noch die Mitternachtsüberraschung! Obwohl wir in einer Senke stehen verharrt die Sonne auf ihrem Tiefststand über dem Hügel, bevor sie gegen 0:15 Uhr wieder den Weg nach oben antritt.

Was haben wir für ein hohes Wohnmobil - jedenfalls könnte man es bei diesem Schatten meinen, den die Mitternachtssonne erzeugt.

27.06.2011 Ifjordfjellet - Adamsfoss - Børselvfjellet - Silfarcanyon - Porsangerfjord - Roddines 126 km

Am nächsten Morgen ist der Himmel zunächst wieder grau, aber es bleibt trocken bei guter Fernsicht. Nun folgen wir sehr detailliert dem WOMO-Führer und den GPS-Koordinaten und das ist auch gut so, denn ...

an dem Wasserfall Adamsfoss wären wir sicher vorbei gefahren, da er nicht beschildert ist, obwohl er direkt unterhalb der Straße liegt. Der obige Parkplatz steht als Platz 212 (Tour 12) im WOMO-Führer Mit dem Wohnmobil nach Nord-Norwegen.

Vom Rand der Brücke hat man diesen tollen Blick auf die brausenden Wassermassen und den Strand unten am Fjord.

Nachdem man bei Ifjord die Meereshöhe erreicht hat, geht es wieder aufwärts zum Børelvfjelett. Der WOMO-Führer beschreibt ab Ifjord die Tour nach Gamvik und zum "alternativen WOMO-Nordkapp". Wir verzichten darauf, da wir stattdessen zum "unserem Nordkapp" nach Berlevag gefahren waren.

Ab Ifjord ist die Straße in wesentlich besserem Zustand. Die Landschaft wirkt mit ihren flachen Hügeln sanfter als im Kongsfjord- und Ifjordjell, ...

... die Vegetation in der steinreichen Fläche aber noch karger.

Im Laufe des Vormittags verschwinden die Wolken und bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir Platz 210 des WOMO-Führers. Der Platz liegt etwa 200 m abseits der Straße von dieser nicht einsehbar - hier könnte man sofort bleiben. Das wollen wir aber nicht, ...

... wir wollen nur einen Blick in den Silfar-Canyon werfen, den man vom obigen Rastplatz aus in knapp 5 Minuten erreicht.

Von oben sieht der Canyon noch beeindruckender aus, wenn man sich möglichst dicht an den Rand traut. Nach der Kargheit des Fjells steht man hier wieder in dichtem Grün ...

... und fährt durch buntblühende Wiesen.

Welcher Botaniker kann diese verschiedenfarbigen Blumen exakt benennen?

Als wir den Porsangerfjord erreichen, haben sich die Temperaturen dem blauen Himmel angepasst. Der Mann unten am Gewächshaus ist schon beim Rasenmähen ins Schwitzen gekommen und hat die Ärmel aufgekrempelt.

Wenig später kommen wir an diesen "Kieswällen" vorbei ...

... und finden nach wenigen Minuten die Erklärung dafür. Der WOMO-Führer hat uns zum Platz 208 und damit zum 2,7 km langen Geologischen Naturerlebnispfad im Naturschutzgebiet Roddines geleitet. Eine Vielzahl von Informationstafeln erklärt hier die Veränderungen, die sich im Laufe von vielen Jahrtausenden ergeben haben. Dabei führt der Weg zunächst durch dichten Wald mit Birken und blühenden Ebereschen ...

... und dann am Ufer des Porsangerfjordes entlang.

Dabei gibt es nicht nur geologische Informationen und einen wunderschönen Blick über den Fjord bis zur Insel Reinoya, sondern auch viel abwechslungsreiche Vegetation wie diese mit Flechten überzogenen Felsbrocken.

Nun trennen uns nur noch wenige Kilometer von unserem nächsten Übernachtungsplatz direkt an den Wellen des Fjordes. Danach gibt es unter anderem unerwarteten Geschichtsunterricht und Mücken, die uns abends in die Flucht treiben. Mehr dazu

hier im nächsten Teil dieser Reiseberichtes.

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